_aktuelles


11.01.18

Forscher warnen vor dramatisch steigender Hochwassergefahr

Ohne massive Investitionen in den Hochwasserschutz wird die Zahl der von Fluten bedrohten Menschen in den kommenden 25 Jahren drastisch steigen.


Potsdam, 11. Januar 2018 - Ohne massive Investitionen in den Hochwasserschutz wird sich die Zahl der von Fluten bedrohten Menschen in den kommenden 25 Jahren dramatisch erhöhen. Das geht aus einer am Mittwoch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Fachmagazin "Science Advances" veröffentlichten Studie hervor, die die Folgen von Starkregenfällen durch den Klimawandel mit Hilfe von Computersimulationen berechnet hat. Die bereits getroffenen Maßnahmen hinkten dem Bedarf dabei keineswegs nur in Entwicklungsländern hinterher, betonten die Forscher. Selbst in hochentwickelten Ländern mit guter Infrastruktur in Westeuropa oder den USA sei der Anpassungsbedarf groß.

Ohne Investitionen in den Ausbau von Deichen, bessere Baustandards oder die Verlegung ganzer Siedlungen würde die Zahl der potenziell von besonders starken Überflutungen betroffenen Menschen bis in die 2040er Jahre allein in Deutschland von aktuell rund 100.000 auf rund 700.000 steigen, ermittelten die Forscher. Dabei basiere das berechnete steigende Hochwasserrisiko nur auf den Treibhausgasen, die bereits in der Atmosphäre seien. Selbst wenn es gelänge, diese künftig zu verringern, bliebe das Risiko von häufigeren und schweren Fluten. Werde die Erderwärmung nicht gestoppt, seien die Auswirkungen noch verheerender, warnen die Forscher.

Link zum Artikel: http://advances.sciencemag.org/content/4/1/eaao1914.full