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19.10.17

Geophysiker nutzt Glasfaserleitungen als Erdbeben-Sensoren

Ein Professor der Universität Stanford nutzt Glasfaserleitungen als Sensoren für Erdbeben. Das sei viel billiger als konventionelle Sensoren.


Stanford, 19. Oktober 2017 – Tausende Kilometer Glasfaserleistungen sind im Silicon Valley vergraben. Die eignen sich offenbar nicht nur für schnelles Internet und Fernsehen in HD-Qualität. Der Geophysiker Professor Biondo Biondi von der Universität Stanford hat zusammen mit dem Unternehmen OptaSense ein Verfahren entwickelt, das aus den Störungen der Datenübertragung Rückschlüsse auf die Stärke eines Erdbebens zulässt.

Erdbeben werden klassischerweise mit speziellen seismischen Sensoren im Boden gemessen. Das ist teuer und aufwändig. „Jeder Meter Glasfaserleitung funktioniert wie ein Sensor und kostet weniger als einen Dollar“, beschreibt Biondi den großen Vorteil seines Verfahrens. Glasfasernetze seien allgegenwärtig. Auch wenn er einräumt, dass Seismometer empfindlicher arbeiten, könne man nur mit Glasfaserkabeln ein dichtes Netz an Erdbebensensoren aufbauen.

Seit September 2016 protokollierte Biondi nach eigenen Angaben mehr als 800 Ereignisse, teils von Menschen verursacht, teils natürlich. Auch das Erdbeben im 2.000 Meilen entfernten Mexiko erkannte die Technik, ebenso zwei lokale und eher schwache Beben mit den Stärken 1,6 und 1,8. Erweist sich die Technik als zuverlässig, könnte sie die Basis für ein Erdbeben-Warnsystem werden, hofft der Geophysiker.

Weiterführende Links: https://news.stanford.edu/press-releases/2017/10/19/building-billionr-optical-fibers/