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4.07.16

Journalisten kritisieren Krisenkommunikation


Wien, 04. Juli 2016 – Österreichs Unternehmen sehen sich überwiegend gut auf Krisen vorbereitet und finden ihre eigene Kommunikationsarbeit im Ernstfall ziemlich professionell. Die Journalisten sehen das deutlich kritischer, wie eine Umfrage im Auftrag des Public Relation Verband Austria (PRVA) zeigt. 95 Prozent aller 241 befragten Kommunikatoren hatten bereits mit Krisenkommunikation zu tun, sei es in der Vorbereitung oder im konkreten Fall. Knapp 60 Prozent glauben demnach, dass ihr Unternehmen für den Ernstfall gerüstet ist. Immerhin jeder vierte ist davon überzeugt, dass seine Krisenkommunikation in der jüngsten Vergangenheit sehr gut funktioniert habe, knapp die Hälfte gibt sich die Note „gut“.

Journalisten bewerten die Arbeit der Kommunikatoren deutlich kritischer. Sie empfinden die Krisenkommunikation der Unternehmen oft als wenig planvoll. Der am häufigsten genannte Kritikpunkt ist der fehlende Ansprechpartner. Statt „Kein Kommentar“ wünschen sich die Journalisten der Umfrage zufolge mehr Offenheit und ein aktives, schnelles Kommunizieren. Zu häufig, so ihr Vorwurf, komme die Wahrheit nur scheibchenweise ans Licht. Journalisten beklagen demnach auch, dass manche Medien bevorzugt behandelt würden. Insgesamt schreiben die befragten Journalisten größeren Unternehmen mehr Professionalität im kommunikativen Umgang mit Krisen zu als kleineren. Unter allen Unternehmen, die in den vergangenen Monaten mit Krisen zu tun hatten, nannten die Medienvertreter als Positiv-Beispiele den Umgang der ÖBB mit dem Flüchtlingsstrom, die AUA, Voestalpine, Mars und die Bank Austria. 

PRVA-Präsidentin Susanne Senft warb bei den Medien um Verständnis, dass Informationen nicht immer sofort veröffentlicht werden könnten. Firmen müssten in der Krise alle Informationen doppelt und dreifach prüfen. "Das kostet Zeit, ist aber unverzichtbar." Immerhin gaben bei der Umfrage 71 Prozent der Kommunikatoren an, nach dem Ende des Krisenfalls die Arbeit analysiert und Verbesserungen umgesetzt zu haben. „Krisenkommunikation ist eine Königsdisziplin der PR“, betonte Senft. „Während die Komplexitäten auf allen Ebenen steigen, steigt auch der zeitliche Druck. Wenn wir diese Situationen gut meistern wollen, brauchen wir hochprofessionelle Kollegen in den Unternehmen und in den Medien.“

Link zur Originalquellehttp://prva.at/news/presse/925-prva-offenheit-statt-kopf-in-den-sand-ifes-umfrage-zum-thema-krisenkommunikation-belegt-pr-experten-und-journalisten-unter-druck-teil-1