_aktuelles


11.07.17

Klimawandel in Österreich: Katastrophen werden teurer

Der Klimawandel mit Dürreperioden, Überschwemmungen und Spätfrost sorgt für immer höhere Schäden. Die Prämien dürften mittelfristig steigen.


Wien, 11. Juli 2017 – Für die österreichischen Obst- und Weinbauern scheint 2017 ein hartes Jahr zu werden. Vor allem Landwirte in der Steiermark, Kärnten und dem Südburgenland verzeichnen Ernteeinbußen durch Spätfrost und Trockenheit. Alleine die Schäden durch Dürre in diesem ungewöhnlich trockenen Frühjahr und Sommer belaufen sich nach Angaben der Hagelversicherung auf mehr als 100 Millionen Euro. Hinzu kamen demnach Frostschäden Ende April in Höhe von 50 Millionen Euro.

Beim Frost im April haben Obst- und Weinbauern versucht, etwa durch das Entzünden von Strohballen Frostschäden zu verhindern. Die höheren Temperaturen im März hatten dafür gesorgt, dass die Blüte früher einsetzte als gewöhnlich. Die Blüte von Marille, Apfel und Kirsche beginnt durchschnittlich zehn Tage früher als noch vor 20 Jahren. Das macht massive Frostschäden deutlich wahrscheinlicher.

Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtschaden allein in der heimischen Landwirtschaft 270 Millionen Euro vor allem durch Frost und Überschwemmungen. Dabei sind die Schäden noch gar nicht eingerechnet, die in privaten Immobilien angefallen sind und nicht von der Hagelversicherung abgedeckt wurden.

Schon 2016 mussten die Landwirte drastische Einbußen verkraften. Laut Statistik Austria betrug die Apfelernte der österreichischen Obstbauern 2015 noch gut 216.000 Tonnen. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 60.800 Tonnen – nicht einmal ein Drittel der Vorjahresmenge.

Weltweit sind die Schäden aus Naturkatastrophen im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Mittelfristig dürften daher höhere Prämien auf die Versicherten zukommen.